Zillertaler Mander

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Das Power-Duo aus dem Zillertal

Die „Zillertaler Mander“ Chris und Albin

Der „Rauthäusla“ und der „Saustuaner“ oder zurück zu den Wurzeln! Das Zillertal ist rund 40 Kilometer lang. Es ist eines der breitesten Seitentäler des Inntales und das braucht es auch, denn bei der herrschenden Musikantendichte wird es schnell eng zwischen Strass und Finkenberg. Mander - seit Andreas Hofer kennt man den Ausdruck für „gestandene Männer“ auch außerhalb Tirols. Mander ist die Mehrzahl und bereits als Duo ist man weniger allein, wiewohl das am Anfang der Karriere der Zillertaler Mander denselben eher als Nachteil ausgelegt wurde …

Albin Fankhauser & Christian Fankhauser sind die Zillertaler
Mander
. Beide sind weder miteinander verwandt noch verschwägert. Es ist eine Namensgleichheit. Nichts Ungewöhnliches. Fankhauser gibt’s einige im Zillertal. Albin ist der ältere der beiden. Jahrgang 1969, daheim in Zell am Ziller. Begeisterter und gelernter Handwerker und seit einiger Zeit professioneller Musikant. Vom musikalischen Vater inspiriert, hat er schon als Bub damit begonnen Musik zu machen. Bodenständig. Das oft strapazierte Wort „urig“ darf in diesem Fall durchaus Verwendung finden. Albin, seine Harmonika und die Volksmusik sind untrennbar miteinander verbunden. Moderne Einflüsse hat er kennengelernt, auch vieles ausprobiert aber seine Wurzeln nie richtig verlassen. „Ich bin sehr eng mit der Natur verbunden“, sagt er und erzählt im gleichen Atemzug, wie er als Zimmermann hoch droben am Gerüst den Kirchturm mit Lärchenschindeln gedeckt hat. Es ist vor allem die Art, wie er es erzählt, die Begeisterung die dabei mitschwingt, auch dann, wenn er schildert, wie er daheim in seiner Werkstatt ein Stück Holz zum Leben bringt. „Ich stehe mit beiden Beinen im Leben“, sagt Albin, „und da spielt Holz eine wichtige Rolle. Ich stamme aus einer Zimmermanns-Dynastie. Holz ist Leben. Unser Leben, das der Familie und dies schon seit Generationen.“ Tradition, Brauchtum - Albin pflegt es nicht, er lebt es! Der Hausname „Rauthäusla“ ist ein Teil davon und wo stammt er her? Hörbar vom „ausräuten“ oder „ausrauten“, sprich Kultivierung Landwirtschaftlicher Nutzflächen, wie es vor Jahrhunderten notwendig war um Felder zu bewirtschaften.

Und fragt man in Zell danach, welcher der Weg zum „Rauthäusla“ ist, zeigt man in die Richtung des Albin. Dort, in seinem Haus, das er selbst gebaut hat, lebt er mit seiner Frau und den drei Kindern. Von dort fährt er auf Tour und dorthin kehrt er zurück, um Kraft zu sammeln.

Christian Fankhauser ist um zehn Jahre jünger als Albin. Er ist mit Bianca verheiratet und beide sind stolze Eltern von drei Kindern. Albin & Chris ergänzen einander perfekt. Das muss auch so sein, ist man doch die meiste Zeit im Jahr gemeinsam unterwegs, steht mehr als 100 mal im Jahr auf der Bühne, und es wäre undenkbar, das durchzustehen, würde die Chemie nicht passen. Chris lebt heute in Finkenberg. Finkenberg und das Zillertal: Da werden gerne Eins und Eins zusammen gezählt und dabei kommt der Name „Schürzenjäger“ heraus. Hier liegt jene Wiese, die Musikgeschichte geschrieben hat. Zigtausende sind nach Finkenberg gepilgert, um die berühmtesten Söhne des Tales live beim legendären Open Air zu erleben. So viele, dass der Hang ins Rutschen geriet. „Die Schürzenjägers haben uns geprägt“, erinnert sich Chris. Mit dem Sohn des Schürzenjäger Willi Kröll ist Chris seit Kindheitstagen an befreundet. „Wenn ich da auf Besuch war, die vielen goldenen Platten gesehen habe und der Willi war auch daheim, das hat mir schon Respekt eingeflößt“, erinnert sich Chris an seine Kindheit. So, wie die Schürzenjäger zu Vorbildern geworden sind, hat Chris mit Eifer und Talent seine eigene Musikkarriere gestartet. In Ginzling, da wo das Tal bald zu Ende ist, ist Chris aufgewachsen. Hausname: „Saustuaner“ … „vor langer Zeit hat eine Steinlawine einem Bauern die Kühe erschlagen …“. Diese „Sausteine“ sind die Taufpaten für den Hausnamen. Von dort fuhr er als junger Mann in die Musikschule nach Mayrhofen. Trompete, Flügelhorn, Klavier, Schlagzeug, Gitarre… zu diesen Instrumenten erlernte er als Beruf das Handwerk des Tischlers. 1998 heuerte - der ein Jahr darauf zum „beliebtesten Musikanten des Zillertals gewählte“ - Chris bei der Band „Crystal“ an. Dort traf er auf Albin und eine Musikerfreundschaft nahm ihren Anfang. Crystal war eine der erfolgreichsten Tanz- und Showbands Tirols, aber es kam, wie es kam. 2002 war Schluss und die Band löste sich auf. Albin und Chris dachten aber nicht daran, sich zurückzuziehen. Im Gegenteil!

Die „Zillertaler Mander“ oder was ist „WIACHE“?

Albin und Chris gründeten die „Zillertaler Mander“. Ein Duo -  und das im Tal der Kapellen und Bands! Natürlich wurden die beiden anfangs ungläubig beäugt. Ob das gut geht? Und in der Tat, war der Beginn alles andere als einfach. Fernsehauftritte gab es so gut wie keine. „Wir sind alleine durch Mundpropaganda gewachsen“, erinnert sich Albin. Wenn sie irgendwo spielten, saß zufällig jemand im Publikum, der die beiden für weitere Auftritte buchte. „Alles ist Schritt für Schritt gegangen. Erst als wir dann im Innsbrucker Kongresshaus am Bauernbundball gespielt hatten, ist es danach richtig losgegangen“, erinnert sich Chris, und Albin ergänzt: „Am Anfang war’s a Bluatsarbeit…“. Aber Fleiß alleine reicht nicht. Es braucht mehr, um sich durchzusetzen, die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen. Die beiden Mander aus dem Zillertal überzeugen vor allem durch das, was sie selbst als „wiache“ bezeichnen. WIACHE? – Bodenständig, echt, ungestüm und das alles mit viel natürlicher Kraft gespielt. „Wenn du das vermischst, dann bist zu ziemlich nah dran an dem, was wir im Tal als „wiache“ bezeichnen“, erklären die beiden. Nun gut, man kann sich darunter doch einiges vorstellen, aber so richtig kapieren lässt es sich nur beim Testen am lebenden Objekt. Erst dann, wenn man Albin & Chris auf der Bühne erlebt. Live! Die Kraft, die das Duo da entfaltet, stellt die Steinlawine, die dem „Saustuaner“ die Kühe erschlagen hat, weit in den Schatten. Zwei Mann fahren wie eine Dampflok, verzichten auf zu viel an Technik und greifen auf urwüchsige, musikalische Grundsätze zurück. Sie reduzieren ihre Musik aufs Wesentliche. Auf die Volksmusik und die Magie, die in derselben steckt. Tradition, gepaart mit der Moderne. Neue Lieder, hauptsächlich Eigenkompositionen, aber in den Texten stecken Ausdrücke, Wörter, aus der Geschichte des Tales. Längst Vergessenes wird zurückgeholt auf die Bühne und das Publikum dankt es mit regem Zustrom. Die Zillertaler Mander gehen musikalisch zurück zu den Wurzeln und landen dabei in der Zukunft.

Die Dynamik, die von den beiden beim Livespielen ausgeht, führt sie heute vom Zillertal hinaus in die Welt. Andere Länder, andere Kontinente. Auch das ist Tradition, denn es waren die Handwerker aus dem Zillertal, die auf den Wochenmärkten Europas erkannt haben, dass sie, was sie feilboten, ihre Handschuhe, Kurzwaren besser an die Frau und den Mann brachten, wenn Musik mit im Spiel war. Auf diese Weise ist sogar „Stille Nacht“ über die Grenzen der Alpen gewandert, und was daraus geworden ist, braucht nicht näher erklärt zu werden. Ein Lied auf Wanderschaft.

Musik auf Wanderschaft.
Es gibt da die Geschichte der Mander, die von ihrer Reise nach Usbekistan erzählt. Der Rauthäusla und der Saustuaner in Taschkent, der Stadt an der Seidenstraße. Bis nach Zentralasien hat die Musik die zwei Freunde gebracht… Doch das ist eine andere Geschichte. Am besten sie fragen die beiden Mander persönlich danach.